Montag, 5. Juli 2010



Hallo zusammen,

Spaetnachmittag ist Regenzeit und darum verbringen wir diese oft in (Internet-)Cafes. (Prokrastination wie immer :) ).
Am Samstag hat unsere Sprachschule eine Wanderung auf den Vulkan Santa Maria (3700m) organisiert; nach langer Ueberlegung habe ich mich entschieden, dafuer das glorreiche Deutschlandspiel zu verpassen :). Franzi hat sich krankheitsbedingt das Spiel angeschaut.

Morgens um 5.00 Uhr ging es noch vor Sonnenaufgang mit dem Taxi zum Fusse des Vulkans.

Nach und nach lichtete sich der Fruehnebel und das Objekt der Begierde zeigte sich in voller Pracht.

Mit jedem Hoehenmeter wurde die Aussicht auf Xela und die umliegenden Doerfer besser. Hier wachsen selbst auf >3000m noch Baeume und Blumen!

Dort oben wird die Luft schon duenn, aber die grandiose Aussicht war das fruehe Aufstehen wert.



Kurz vor unserem Abstieg konnten wir sogar noch eine kleine Eruption des Nachbarvulkans Santiaguito beobachten; der Vulkan selbst (viel niedriger als Santa Maria) war leider unter den Wolken verborgen.

Auch wenn die Wanderung selbst nicht sooo anstrengend war (ca. 1300 hm), habe ich nachmittags gemerkt, dass es schon was anderes ist als in den Alpen herumzuklettern: Kopfschmerzen, Uebelkeit und alles was zu einer schoenen Hoehenkrankheit dazugehoert.

Viele Gruesse
Basti

Sonntag, 4. Juli 2010

¡Hola, buenas noches!

Was fuer ein Spiel :) Waehrend Basti heute die Santa María mit ihren 3700m bezwungen hat, habe ich aufgrund einer fiesen Erkaeltung das Bett oder vielmehr das Sofa gehuetet und das Fussballfest gegen Argentinien geguckt. Herrlich! So macht Fussball Spass, und eine bessere Vorstellung haette ein gewisser Herr Mueller einem gewissen Herrn Maradonna nicht liefern koennen - und nein, er ist kein Balljunge ;-)

Das Spanien-Paraguay-Spiel hab ich dann im Café Baviera verfolgt, das ausser seinem Namen und ein paar BMW-Plakaten nicht viel Bayerisches an sich hat ;-) dafuer ist der Kaffee ein Traum und Hausaufgaben machen sich dort auch viel besser als "daheim". Apropos daheim, gestern waere fast eine Katze durchs Dach gekommen - so hat es sich zumindest angehoert. Und wenngleich es wohl doch keine Affen sind, die da rumturnen (gell Basti?), so macht es doch jedesmal einen Hoellenlaerm, wenn wieder eins der Viecher da oben abstuerzt oder so wie gestern nacht von einem der zahllosen Strassenhunde verfolgt wird...

Beste Gruesse!
Franzi und Basti

Sonne

Eintrag von Basti (02.07.2010):

Hallo zusammen,

hier in Quetzaltenango (=Xela) hat sich Hurrican "Alexander" nun endlich verabschiedet und es hat aufgehoert zu regnen. Offiziell handelt es sich wohl um einen Tropensturm, aber die Locals nennen es "Hurracan". Windig war es jedenfalls nicht (zumindest nicht hier), jedoch haben wir eine Menge Regen abbekommen. Daher koennen wir leider die heissen Quellen in den Bergen nicht besuchen, da sie ueberschwemmt sind. Dafuer geht es am Samstag auf den Vulkan "Santa Maria", den wir taeglich von der Sprachschule aus beobachten koennen :). Santa Maria ist 3720m hoch; wir sind hier gerade auf 2300m und damit zwar schon ein wenig an die Hoehe gewoehnt, dennoch werden die ca. 1400 Hoehenmeter auf >3000m eine gute Herausforderung :). Dennoch freuen wir uns schon tierisch darauf und hoffen, dass das Wetter auch mitspielt.

Die Spanischkenntnisse reichen mittlerweile auch schon, um sich mit Rolando (dem Vater unserer Gastfamilie) nicht nur ueber Fussball, sondern auch ueber gesellschaftliche Themen und ueber lokale Spezialitaeten wie z.B. Michalada mit "Huevos de Tortuga" zu unterhalten. Dabei handelt es sich um Bier mit Tomatensaft, Limette, Chili, Salz und, zu guter letzt, Schildkroeteneier (wirken aphrodisierend).
Klingt ekelig, aber ich will es trotzdem mal probieren (ohne die Eier natuerlich :) ).

Viele Gruesse
Basti & Franzi

Anbei noch ein Bild vom Ausblick auf Santa María, den man von unserer Schule aus hat :)

Mittwoch, 30. Juni 2010

Verspaeteter Bericht aus San Cristobal de las Casas

Soo, und bevor wir es vergessen, noch ein paar Worte zu unserem Aufenthalt in San Cristobal de las Casas:

Von Campeche aus ging es mit dem Nachtbus nach Palenque, einer kleinen Stadt im Landesinneren. Dort haben wir uns ausnahmsweise fuer eine organisierte Tour entschieden, auf deren Programm als erstes die Ruinen von Palenque standen. Mitten im Dschungel gelegen sind diese Pyramiden deutlich weniger touristisch erschlossen als beispielsweise Chichen Itza, und dementsprechend wenig war auch los. Einige wenige Touristengruppen, v.a. aus den USA, und einige einzelne Reisende waren ausser uns die einzigen, die auf den Pyramiden herumkletterten, Photos knipsten und den Dschungel bewunderten. Danach wurden wir zum Misol-Ha kutschiert, einem recht beeindruckenden Wasserfall ebenfalls mitten im Dschungel. Im Gegensatz zu den Mayastaetten in Yucatan jedoch befindet man sich hier bereits im Hochland, und die Minibusfahrten liessen erste atemberaubende Ausblicke auf die umliegenden Bergketten erhaschen. Das dritte Highlight der Tour war dann "Agua Azul", was aufgrund der Regenfaelle jedoch mehr braun als blau war - aber dennoch eine beeindruckende Ansammlung kleiner Wasserfaelle und Kaskaden, umgeben von dichtem Wald, und leider ebenso dicht stehenden Laeden, die einem Souvenirs jeglicher Art anboten.
Von dort ging es dann direkt weiter nach San Cristobal de las Casas, einer sehr schoenen Stadt im mexikanischen Hochland, die ebenfalls mehr europaeisch wirkte als mittelamerikanisch ;-)
In San Juan Chamula, einem nahegelegenen Dorf, das wohl sehr bekannt ist fuer seine Kirche, in der katholische mit Maya-Brauechen gemischt werden, fand am naechsten Tag gerade das Fest zu Ehren San Juans statt, wohin uns Rudy, unser auesserst netter und hilfsbereiter Hostel-Gastgeber natuerlich mitnahm. 16 Leute in einem alten(!) VW-Bus - so was hab ich auch noch nie erlebt! Das Festival bestand fuer die unzaehligen Einheimischen eigentlich nur aus trinken und Boellerschiessen, unglaublich: die selbstgebastelten Raketen (erkennbar am Zeitungspapier, aus dem sie gebaut waren) wurden selbstverstaendlich aus der Hand geschossen - und weil das noch nicht genug Krach und Rauch verursachte, wurden Abflussrinnen auf dem Kirchplatz mit Schiesspulver (kein Witz!) gefuellt und angezuendet.
So oder so aehnlich muss es damals zugegangen sein, als noch mit Kanonen geschossen wurde. Wahnsinn, wirklich! Zur Erholung durften wir dann selbstgebrannten Schnaps beim Dorfaeltesten verkosten, was die Mehrzahl der Gaeste dann auch tat ;-) Mit einem Deutschen, einem Schweizer und einem Englaender haben wir uns, hungrig wie wir waren, dann auf den Weg gemacht, etwas Essbares zu finden. Fuendig wurden wir an einem Tacostand, wo es einen Taco fuer 3 Pesos (!) gab, das sind etwas mehr als 20 cent! Sehr lecker waren sie ausserdem noch - wie eigentlich fast das ganze Essen bislang :)
Zurueck in San Cristobal haben wir die Stadt angeschaut, und uns mit den verrueckten Kanadiern aus Tulum getroffen - schon ein lustiges Voelkchen ;-)

Wie eben berichtet, ging es dann von dort weiter nach Guatemala, wo wir gleich die erste Ladung Waesche aus der lavanderia abholen, ein bissl Spanisch lernen, und uns heute abend in der Sprachschule noch einen Film zu Gemuete fuehren werden :)

Hasta luego!
Franziska y Sebastian
Hola allerseits!

Wie ist das werte Befinden in der Heimat?
Wir sind seit Freitag in Xela (Quetzaltenango), Guatemala. Die Fahrt von San Cristobal de las Casas bis zur Grenze und dann hierher war ein kleines Abenteuer ;-) Um 7.00 Uhr morgens ging´s los, mit Anthony aus Atlanta, einem schwer photographiebegeisterten Typen, der eine quasi professionelle Kameraaustattung mit sich herumschleppt, erst im First-Class-Bus bis zur Grenze. Den dortigen Fussmarsch von gut 3 km sind wir mit Hilfe eines netten Pickup-Fahrers umgangen, der uns fuer laeppische 8 Pesos auf der Ladeflaeche mitgenommen hat. 20 Pesos fuer den Einreisestempel, und wir waren in Guatemala! In Ermangelung weiterer Quetzales (guatemaltekische Waehrung) wurde die Reise im "Chickenbus" fortgesetzt, einem ausgemusterten US-amerikanischen Schulbus, die hier in groesser Zahl knallbunt bemalt ihren Dienst in den Staedten und insbesondere auf der Interamericana tun. Letztere ist ein Abenteuer fuer sich, da sie weniger einem "highway" als einer schlechteren Landstrasse aehnelt, auf der sich die Chickenbus-Fahrer austoben wie die Jungs in der Formel 1. So werden hemmungslos PKW, andere Busse, Minibusse, Lastwagen, etc. ueberholt - einfach alles, was nicht schnell genug ist. Ach, und Sicht? Tss, wer braucht schon so was? Hier herrscht schon ein wenig das Recht des Staerkeren...
Trotz aller Widrigkeiten (orientierungslose Taxifahrer, ...) sind wir gut und wohlbehalten in Xela angekommen und wurden gleich abends noch in der Sprachschule in Empfang genommen und bei Rolando, einem ehemaligen Fussballprofi, und seiner Familie einquartiert. Dort haben wir ein eigenes Zimmer mit "Doppelbettattrappe" (d.h. es ist ein Bett, aber das wunderschoen aussehende Kopfteil aus dunklem Holz ist nur angelehnt und droht bei jeder Bewegung umzufallen), sowie ein eigenes Bad. In letzterem gibt es auch heisses Wasser - man muss nur in Kauf nehmen, dass dann das Licht im Bad und im Zimmer einige Nuancen schwaecher wird ;-)

Ja, man merkt einen deutlichen Unterschied zu Mexiko! Wohlstand hat hier eine ganz andere Bedeutung, und die Mittelschicht hier ist mit der in Deutschland kaum zu vergleichen.
Trotzdem fuehlt man sich hier schnell wohl, die Leute sind sehr, sehr freundlich und immer hilfsbereit - sowohl die Lehrer im Sprachkurs und unsere fussballbegeisterte Gastfamilie, als auch in den Laeden und auf der Strasse. Unser Spanisch verbessert sich uebrigens merklich ;-) Basti beherrscht mittlerweile saemtliche fussballrelevanten Begriffe, und auch ich krieg so langsam einiges mit, was man an Gespraechen aufschnappt bzw. wie man sich selbst verstaendlich macht ;-)

Viele Gruesse aus dem verregneten Xela!
Franziska und Basti

Dienstag, 22. Juni 2010

Ein paar Fotos

Hola Amigos,

heute ist der bislang heisseste Tag in Mexico. Wir sind in Campeche am Golf von Mexico, einer alten spanischen Kolonialstadt, die im 17. und 18. Jahrhundert auch gern mal von Piraten ueberfallen wurde. Die Mittagshitze ist selbst mir zu viel, trotz Abhaertung durch ein halbes Jahr Singapur :) Die Altstadt ist jedoch extrem schoen mit einer alten Kathedrale, schoenen Plaetzen und vielen kleinen Strassen mit Kopfsteinpflaster und kunterbunten Hauesern, sodass ich trotz der Sonne die ganze Zeit herumlaufe und Fotos mache. Ansonsten gibt es einige Museen ueber die Eroberung/Kolonialzeit zu sehen sowie einige Befestigungsanlagen zu besichtigen. Diese sind dankbar kuehl und im Vergleich zu europaeischen Preisen sehr guenstig. Fotos davon folgen, zunaechst mal einige Fotos der vergangenen Tage:


Cenote X`Kanche
Cenote X´Kanche

Cenote Ik-kil

Maya Pyramide Chichen Itza

Kaefer sind hier einfach ueberall
Wir werden jetzt mal den zweiten Anlauf nehmen, auf einer mexikanischen Website einen Nachtbus nach Palenque zu buchen :)
Beste Gruesse
Franzi & Basti

Samstag, 19. Juni 2010

Hola, buenas tardes!

Ich hoffe, euch daheim geht`s allen gut und es hat mittlerweile endlich aufgehoert zu regnen ;-) Hier ist man ueber jeden Regentropfen dankbar, weil es wirklich wirklich warm ist und fernab der Touri-Metropole Cancun nur die wenigsten Laeden klimatisiert sind. Die Busse sind es jedoch umso mehr, so dass man nie den Pulli und Schal vergessen sollte, bevor man einsteigt - es sei denn, man moechte als Eiszapfen enden *g* An dieser Stelle ein herzliches Dankeschoen nach Erwitzen an die grosszuegige Leihgabe der Fleecejacke, die mich hier waermt!
Im Moment sitzen wir in der Eingangshalle unseres Hostels in Merida, der Haupstadt Yucatans, und erholen uns unter den Ventilatoren ein wenig von den Strapazen des vormittaeglichen Ausfluges in die Uxmal-Ruinen. Diese Hinterlassenschaften der Maya liegen, im Gegensatz zu Tulum (direkt an den Klippen der Karibik) mitten im Landesinneren und wenn nicht im Dschungel, so doch zumindest im Wald. Am schoensten ist es in solchen Ruinen immer ganz oben, da dort am meisten Wind weht ;-) und man zudem einen beeindruckenden Blick ueber die restlichen Pyramiden, Tempel und sonstigen Ruinen hat. Im Gegensatz zu Chichen Itza ist Uxmal sehr wenig frequentiert von anderen Touris, so dass man beinahe allein durch die Ruinen streifen und klettern(!) kann, meist nur in Gegenwart einiger sonnenanbetender Leguane, die teilweise die Groesse eines waschechten bayerischen Dackels haben oder sogar uebertreffen. Aehnlich war es auch gestern in den Ruinen von Ek-Balam: viel Wald, viel Getier, wenig bis keine Leute.
Hier in Merida ist es nicht mehr ganz so ruhig und beschaulich wie in Valladolid, vermutlich allein schon aufgrund der Groesse der Stadt. Unsere Spanischkenntnisse reichen immerhin schon aus, die Waesche in einer Waescherei abzugeben und die Abholzeit wieder auszumachen *g*. Bislang ist das reisenotwendige Spanisch auch ueberhaupt kein Problem, kompliziert wird es erst, wenn es ueber den Standardwortschatz von 100-200 Woertern hinausgeht... Aber ich freu mich schon tierisch auf unseren Sprachkurs in Guatemala, denn man merkt schon einen gewaltigen Unterschied, ob man die Leute hier mit den rudimentaersten Spanischbrocken anspricht, oder eben auf Englisch - letzteres kommt ganz selten gut an, wohingegen sich jeder freut, wenn die doofen Touris es mal mit der Landessprache probieren ;-)

Ein weiteres Highlight des Reise bisher sind die Cenoten - mit Regen- und/oder Grundwasser gefuellte "Loecher" in der Erde, die zum Teil Ausmasse wie ein Mehrfamilienhaus haben, mehr oder weniger nach oben offen sind, und eine Art Mini-Welt darstellen, in der Fledermaeuse und Schwalben ebenso hausen wie kleine schwarze Fische, die vor den hineinspringenden und planschenden Leuten wenig bis keinen Respekt aufweisen. Die erste, die wir besichtigt und beschwommen haben (Ik-Kil), war leider ueberteuert und anfangs mit ganzen Busladungen Touris gefuellt, auch wenn das Wasser sehr schoen tuerkisblau und klar und erfrischend war. Die zweite war eher das Gegenteil - von gewaltigen Stalagmiten und -titen gepraegt, und bewohnt von einer ganzen Fledermauskolonie, weil nur sehr wenig Tageslicht durch eine schmale Oeffnung hineinfiel (was das fuer die Wasserqualitaet bedeutet, mag sich nun jeder selbst ausmalen). Unser Favorit war aber bei Weitem die dritte Cenote (X`Kanche) neben Ek-Balam: wir (und unser Ruinenreisegefaehrte Rich aus New York, Spanischlehrer, die seinen Trip von der Schule gesponsort bekommt) waren allein dort, und mussten das wunderschoene Wasserloch lediglich mit einigen leuchtend gelben Voegeln teilen, die ab und an etwas von dem tuerkisblauen Wasser schoepften und ein paar Moskito im Flug wegschnappten. Wahnsinn, wirklich!
Hoffentlich bekommen wir bald Gelegenheit, ein paar Photos hochzuladen - bedauerlicherweise ist das Internet hier nicht immer das Schnellste ;-)
Allerbeste Gruesse!
Franziska