Aloha alle miteinander!
Allerliebste Grüße vom Ende der Welt!
Ja, ich bin da. Wahnsinn!
Die Geschichte meiner Reise in Etappen:
Flug MUC-Dubai: der wohl engste Platz im ganzen Airbus A320, neben einem tiefschlafenden Araber, hinter einem auf beide Sitze ausgebreiteten Araber, der mit einer an Größenwahn erinnernden, mehr als anmaßenden Unverschämtheit diese beide Sitze so weit wie möglich nach hinten klappte, so dass mein Nachbar sich wohl oder über in die Breite breit machen musste und mir kaum noch genügend Platz bot...
Meine unwillige, Missfallen bekundende Bemerkung, ob er nicht ein bisschen weiter vorrücken wolle, quitierte der vordere lediglich mit einem seeligen Schnarchen, das die 6 Stunden bis Dubai nicht enden sollte.
Dubai Airport: Kennenlernen einer Landsmännin, die aus ihrem Tansaniaurlaub zurückkam und mir gleich "das beste Eis hier" zeigte - was meinem eh noch ein wenig mulmigen Bauch nicht allzu zuträglich war... Die 3 Stunden bis zum Weiterflug verbrachte ich also auf Deutsch, und nach 3 nicht enden wollenden Warteschlangen landete ich mehr oder weniger wohlbehalten im Checkin-Bereich und saß unserem nächsten Vehikel, einem Airbus A340-500 direkt gegenüber, Auge in Auge sozusagen.
Und als hätte das Fliegerchen meine inständigen Wünsche erhört, war es - Überraschung! - komfortabel, zwar voller quengelnder Kinder, aber wirklich eine meilensteinige Verbesserung zum vorherigen Transportmittel
Beim Einsteigen rieselte kalte Luft aus der Klimaanlage, deren Temperatur von etwa -25°C man an den Eiskristallen darin wunderbar erkennen konnte! *brrrr*
Die 14 Stunden Flug wurden mir relativ kurzweilig gestaltet durch einen unaufhaltsam quasselnden, ursprünglich aus Holland stammenden und nun in Whitianga lebenden putzigen "älteren Herren", dessen Lebensaufgabe allein im Marmeladekochen zu bestehen scheint
Ihr glaubt nicht, woraus man alles jam und gellies machen kann...
Aber er wirklich nett, und als ich dann demonstrativ meinen Kopf aufs Kissen bettete, hörte auch der Redeschwall schließlich auf...
Der Flugzeugfraß war deutlich besser als das vorherige "mystery meat of the day", und mein Vorsitzer verfolgte eine sehr angenehme Rücklehnpolitik, was die Ewigkeit bis Melbourne einigermaßen erträglich gestaltete.
In Melbourne wollte ich endlich den neuen HarryPotter erstehen, musste aber bedauerlicherweise feststellen, dass ich meiner Zeit um 5 Stunden voraus war. Ein ausgiebiges Zähneputzen und kurzes Pass-und-Boarding-Pass-kontrollieren-Lassen später ging's wieder an Bord, selber Flieger, frisch geputzt, neue Crew - und über die Tasmanische See nach NZ!
In Auckland durfte ich mehr als eine Stunde inmitten wild debattierender Asiaten, einer streitenden englischen Familie, betroffen dreinguckender amerikanischer Mädels und sich außerordentlich cool fühlender Jungs vor der Passkontrolle warten, wo mir dann schließlich der Beamte lauter dämliche Fragen stellte (auf mein STUDENT VISUM starrend: "so, do you have a student permit?" ... "what do you study?" etc.) und mich schließlich Richtung Koffer entließ. Diesen musste ich noch kurz auf eventuelle Unerlaubtheiten röntgen lassen und steuerte sogleich meinem deutschsprechenden Abhol-Studenten entgegen, der mich nach einer herzrasenverursachenden Fahrt auf der verkehrten Straßenseite am Railway Campus, meinem Wohnheim absetzte.
Von außen sehr beeindruckend (s. Foto) und auch innen in den Vorhallen, ehemaligen Warteräumen und self-cooking-area noch einigermaßen hübsch und ansprechend, versetzte mir dieses Gebäude den wohl größten Schock bislang: mein Zimmer war eine Katastrophe - absolut kahl, Tesareste an den Wänden, wacklige Tür, ein Bett, das selbst für Ikeamaßstäbe keine Qualität mehr darstellt, und ich ganz allein in diesem Land voller Regen! Krasse Sache.... 
Naja, dem pragmatischen Teil in mir folgend, konzentrierte ich mich wieder auf das nackte Überleben und steuerte Richtung Innenstadt, wo ich zu allererst eine Bettdecke und Bettzeug erstand, einen Adapter, ein LAN-Kabel, ESSEN und was man halt so braucht... Eine heiße Dusche (verdammt heiß, ich bin doch kein Hummer!!!) und ein bisschen Atemholen später, begab ich mich zum "Ladies' Heritage Waiting Room", der das Fernsehzimmervorzimmer darstellte, kritzelte ein bisschen in mein Moleskine-Büchlein (danke nochmal
) und beschloss dann, mich auf die Suche nach irgendwelchen netten Leuten zu machen, damit ich nicht mehr ganz so allein wäre.
10m später wurde ich auch schon zum Risiko-Spielen eingeladen und beeindruckte erstmal die 5 Jungs (keine Angst, Schatz, alles keine Konkurrenz für Dich
): den Engländer John, den Chinesen Harold, den (?) (?) [beides komplett unverständlich, ich tippe auf Chammman aus Tunesien oder so
), den Argentinier Pablo und den Malayen Chai. Sehr witzig, muss ich sagen... Alle tippten auf "Law" als meinen Studiengang, "because you're from Germany, all Germans study law!"...
Bevor ich schließlich totmüde ins Bette kippte, schaffte ich sogar noch, zugegebenermaßen mit tatkräftiger Unterstützung meiner Mitbwohnerin Nummer 1, Krissy aus den USA, den elektrischen Heizer anzubekommen, der allerdings nach 2 Stunden automatisch ausgeht, aber hübsch warm macht...
Heute also bin ich die gefühlten 100000000000 Stufen zum Campus hochgelaufen (das Wohnheim liegt 5 min vom Hafen weg) und über den riesigen, von mehreren chaotischen Straßen durchzogenen Campus gesteuert - Wahnsinn! Lauter Palmen (im Winter), kalter Wind + heiße Sonne, hübsche weiße Gebäude neben eher TU-typischen Zweckbauten, hunderte von Spatzen, Amseln und keine Ahnung was für weiteren Flugviechern (was bei uns übrigens Tauben sind, sind hier Möwen - schon ein bisschen sympathischer! ^^) und wirklich viele Möglichkeiten, sich zu verirren *hihi*
Das Resümee bislang: das Leitungswasser stinkt schlimmer als jedes Freibad nach Chlor, die Leute sind tatsächlich immer freundlich und hilfsbereit, das Brot ist eine Katastrophe, es gibt Persil und Bonne Mamman Marmelade und die gleiche gelbe Scheuermilch wie bei uns, auf den zweiten Blick gleicht mein Zimmer zwar immer noch einem Bunker, ist aber dank der vielen Photos und meinem "Geraffel" gar nicht mehr so schlimm, und da ich seit einer halben Stunde ins Internet kann, ist quasi alles topfit!
Nun solltet ihr euch alle angesprochen fühlen, mir zu antworten! *hihi*
Mag alles wissen, was es bei euch Neues gibt!
Viel Erfolg an alle, die noch Prüfungen haben :)
Und nochmal mille saluti di Auckland!
francesca la bellissima
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