Einen wunderschönen guten Morgen/Abend allerseits!
Glücklich ein paar "White & Dark Choc Cookies" mampfend und ein wenig erledigt von meinem einstündingen Jogging-Ausflug entlang der Ostküste (mit glitzernder Skyline, Wahnsinn!) sitze ich an meinem Schreibtisch und informiere euch hiermit über die brandaktuellen Ereignisse in Aotearoa:
Am Wochenende stand endlich mein erster ordentlich Ausflug auf dem Programm - ein Zweitagestrip in den Norden der Insel. Eingeladen hatten mich Sabine, Daniela und Isabel, die auch gleich die Route geplant und ein Mietwägelchen organisiert hatten. Ein weißer Toyota Starlet wurde unser Reisebegleiter und brachte uns trotz anfangs sehr verwirrendem Linksverkehr sicher an die diversen Ziele, die da lauteten: The Dome Forest, Baily's Beach, Dargaville, Trounson Kauri Park und Waipoua Kauri Forest.
In ersterem wagten wir uns auf eine 3-Stunden-Runde, die sich nach 40 Minuten auf dem nächsten Wegweise allerdings als eine 4-5-Stunden-Runde entpuppte, mit dem ausdrücklichen Hinweis "nur für geübte Wanderer mit festem Schuhwerk". Da zudem die Wolkendichte rasant zunahm und wir uns unserer Kondition nicht so wirklich sicher waren, kehrten wir nach dem (etwas enttäuschenden) Lookout wieder um und erreichten das Auto gerade noch rechtzeitig vor dem großen Regen.
Aufgefallen: die Farne! Erreichen hier Ausmaße, auf die jeder Christbaum neidisch wäre - teilweise so groß wie der typische Apfelbaum...
Die nächste Etappe war das Dargaville Kauri Museum, wo es allerhand Wissenswertes, hübsch Anzusehendes und auch manch Langweiliges zu sehen gab - das Herzstück des Museums ist vermutlich eine Längsscheibe eines riesigen Kauribaumes, die ein erstes Gefühl der beeindruckenden Größe der Kauris vermittelte.
Vor dem Abstecher zur Tasmanischen See machten wir noch an einem Fluss halt, dessen Namen ich leider vergessen hab, und der überhaupt nicht wie ein Fluss aussah: schlammbraun und vom stürmischen Wind aufgewühlt und voller Wellen, dazu ziehmlich breit - siehe Fotos
Baily's Beach begrüßte uns ebenso stürmisch, und meine erste hautnahe Begegnung mit neuseeländischem Sandstrand verlief nicht wirklich urlaubswürdig, eher dokumentarfilmverdächtig: riesige Wellen (die vermutlich das Herz eines jeden braun gebrannten Surfers mehr als nur höher schlagen ließen ^^) brandeten an den Strand, ein wahnsinniger Wind pfiff uns um die Ohren und die Sonne glitzerte im abfließenden Wasser eines kleinen Bächleins, der einen ganzen Strandabschnitt mit einer hauchdünnen Wasserschicht überzog, mit jeder Kitschpostkarte um die Wette.
Der Strand ist der längste mit dem Auto befahrbare in ganz NZ, aber uns war das von der Autovermietung leider nicht gestattet... :p Jedenfalls war er lang genug, dass der Horizont in beide Richtungen die Sichtgrenze darstellte - wirklich ein Paradedrehplatz für jeden Piratenfilm oder Reiseveranstalterwerbespot
Im Angesicht der nahenden Dämmerung setzten wir unsere Reise fort und visierten unser Nachtquartier an: irgendwas-Farm Backpacker, dessen Zufahrt so geschickt versteckt ist, dass wir dreimal daran vorbeifuhren ^^" Dort wurden wir auf zwei "Twin rooms" aufgeteilt und bekamen auch gleich ein elektrisches Miniheizlüfterchen von der Dame des Hauses. Spaghetti mit Tomatensauce, und dann geschah es!
Haltet euch fest!
Kaum zu glauben.
Wirklich!
Nämlich:
Ich konnte die anderen (wohlgemerkt eine Kölnerin mit ausgeprägten Vorurteilen gegen meine geliebte bayerische Heimat und eine Spanierin sowie eine Bayerin, die schon mal davon gehört hatte) überzeugen, das unbestritten königlichste aller Kartenspiele zu erlernen!
Schaaaaaaaaaaaaaaaaaaafkopf :D *funkelnde Augen bekomm*
Und mit Händen und Füßen und haarsträubenden Übersetzungsversuchen (probiert das mal mit allen Synonymen für die Schell Ass ^^) gelang es mir tatsächlich, Begeisterung zu wecken - trotz der anfängenlichen hartnäckigen Weigerungen und Missgefallensbekundungen wie "that's so crazy!" "what the ... " "sheep head?!? oh you guys are weird" etc
Eine Wiederholung des internationalen Schafkopfkonvents ist fest geplant
Eine kurze und kalte Nacht später führte uns unser Weg zum Trounson Kauri Park, wo wir den ersten Riesen des Waldes begegneten. Gleich der erste demonstrierte uns eine neben der Größe weitere typische Eigenheit des Kauris an sich: nichts Böses ahnend läuft man mit einigermaßen wachem Blick durch den Wald -- und findet sich plötzlich unvermittelt wenige Meter von einem jahrhundertealten Urwaldriesen wieder!
Ohne jegliche Vorwarnung tauchen sie auf und rauben einem gewissermaßen den Atem - denn wann trifft man schon ein Lebewesen, das größer ist als das durchschnittliche deutsche Reihenhaus, eine ganze Straße voll von ihnen mit Baumaterial versorgen könnte und in etwa so alt ist wie das Christentum?
Die wahrhaft Ehrfurcht erweckenden Kauris besichtigten wir dann einige Kilometer auf einer Schotterstraße bzw. einer Serpentinenstraße, wie sie wilder nicht mehr sein könnte, weiter im Waipoua Kauri Forest. Nur wenige Minuten von der Straße entfernt stehen die "4 Sisters", eigentlich ein Baum, der allerdings schon am Wurzelstock 4 gleich große Stämme entwickelt hat und irgendwie ein bisschen verwirrend wirkt... Der "Vater des Waldes", Te Matua Ngahere, ist der älteste und größte (im Umfang) Kauri und hat leider seinen letzen großen Ast verloren, als ein anderer Baum dem Sturm zum Opfer und auf ihn fiel. Dennoch einfach der Wahnsinn! (für die Forstinteressenten unter euch: ca. 200m³)
Der nächste botanische Höhepunkt: Tane Mahuta, "Lord of the Forest" - nur wenige Minuten weiter. An dieser Stelle erlaube ich mir wikipedia zu zitieren:
"Dieses Exemplar weist eine Gesamthöhe (mit Krone) von 51,5 Metern bei einem Stammumfang von 13,8 Metern auf. Die Stammhöhe vom Erdboden bis zum Kronenansatz beträgt 17,70 Meter, das Stamm-Volumen 244,5 m³.
Das Alter des Tane Mahuta wird auf zirka 2000 Jahre geschätzt, womit er der älteste (bekannte) Kauri ist." (Retrieved August, 13th, 2007, from http://de.wikipedia.org/wiki/Neuseel%C3%A4ndischer_Kauri-Baum)
Da fühlt man sich schon ein bisschen mickrig...
Auf der Rückfahrt legten wir noch ein Päuschen an den Kai Iwi Lakes ein,
das allerdings aufgrund der non-existenten Essensvorräte und des
exorbitanten Hungers nur sehr kurz ausfiel
Das war das Wochenende.
Sonst gibt's nicht so viel Neues: das Wetter gleichbleibend
frühlingshaft, die Uni gewohnt anstrengend und Assignments sowie die erste Klausur
aufbietend, ein wachsender Bekanntenkreis und noch keine Ahnung, was ich in den
Ferien in 2 Wochen machen werde :)
In diesem Sinne,
bis bald!
Cheers & allerliebste Grüße,
francesca
PS: Viel Glück ähh Erfolg für's Physikum an alle Betroffenen!
PPS: Schöne Ferien
PPPS: ich freu mich immer über Post *g*
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