Wie ist das werte Befinden in der Heimat? :)
Gestern Abend bin ich vom zweiten Teil meines Ausfluges wieder nach Auckland zurückgekehrt, und habe dementsprechend viel zu berichten ;-)
Von der Bay of Islands hab ich ja schon erzählt – bleibt also noch Waitomo, Rotorua, Taupo, Tongariro National Park und Wellington.
Von Auckland brachen wir Freitag früh Richtung Süden auf und erreichten gegen 11 Waitomo, wo wir die Glühwürmchen- und die Aranuihöhle besichtigten und aus dem Staunen nicht mehr herauskamen: eine Höhlenbootsfahrt brachte uns und unsere Maori-Touristenführerin in die „Glowworm Grotto“, an deren Decke Tausende und Abertausende von blau leuchtenden Glühwürmchen hingen und uns Nackenstarre vom Feinsten bescherten *g* Wirklich der Wahnsinn!
Vor der Tour in der zweiten Höhle gönnten wir uns ein paar stilechte amerikanische Burger und beobachteten die Rallye-Autos, die an der Straße vorbeischürten und dringend eine Wäsche nötig hatten ;-)
Die Aranuihöhle ist im Gegensatz zu Waitomo nicht von einem Fluss durchflossen und beherbergt dementsprechend auch keine Glühwürmchen (dafür andere, echt widerliche riesige Krabbelviecher) – aber unzählige Stalaktiten! Aufgrund des schlammigen Untergrundes jedoch gibt es keine Stalagmiten, bis auf einen einzigen, der dafür ca. 15m hoch ist (und nur zum Teil sichtbar, da er metertief im Schlamm steckt)… Unser schwarzweiß-karierte Vans tragender Maori-Höhlenführer klärte uns auf, dass vor einigen Wochen der Fluss „zurückgekommen sei“ und deshalb alles ein bisschen schmutzig wäre – es regnet halt doch recht viel hier im Land der langen weißen Wolke :p
Die nächste Etappe war Rotorua, ein nettes Städtchen mitten in thermisch aktivem Gebiet, das uns sogleich mit geruchsorganbetäubendem Schwefelgestank begrüßte. Die neu entwickelte Strategie „Zimmer erst anschauen, dann zusagen [oder schnell flüchten]“ machte sich bezahlt, und wir fanden Unterkunft in einem Campervan-Park-Appartement, das sein winziges Schlafzimmer durch einen Flachbildschirm, Dolby Sorround System und einen heißen Spa-Pool wieder auszugleichen wusste :)
Am nächsten Morgen (Samstag) duschte einer der Jungs wohl etwas zu ausgiebig (wohlgemerkt im ungeheizten Bad) (und nein, wir Mädels waren nicht Schuld, sondern tatsächlich in Rekordzeit fertig *g*), und wir brachen in allergrößter Hektik auf nach Waiotapu zum „Thermal Wonderland“.
Dort schafften wir es gerade noch rechtzeitig zum 10:15-Geysir-Ausbruch, der durch eine Art Seife beschleunigt wurde. Diese Trickserei ist nötig, da der natürlich Rhythmus des Lady Knox Geysirs 56-72 Stunden beträgt und das für die Touris wohl nicht zumutbar wäre…
Der Rest des Wunderlands war sehenswerter: unheimliche, einen ekelhaften Odem ausstoßende Löcher im Felsboden, rote Eisen- und gelbe Schwefelablagerungen, brodelnde Schlammlöcher, ein riesiger mehrfarbig schillernder und dampfender See („Artist’s Palette“), vom Wind gebeugte Bäume im größten von Menschenhand (genauer: von Sträflingshand ^^) angelegten Wald, „Devil’s Bath“ (ein giftgrüner, ebenfalls stinkender Teich), wunderschöne Wasserfälle (bei denen leider die Batterien meiner Kamera versagten) und unzählige kleine brodelnde Wasserquellen.
In Taupo am Lake Taupo, dem größten See NZs, verbrannten die Jungs die Kalorien, die sie während des (doch nicht Vater-)Tages in Form von Kiwi-Gerstensaft zu sich genommen hatten, bei einem Lauf am Seeufer, während Birte und meine Wenigkeit das Essen (gehacktes totes Tier in Tomate über Nudeln ;-)) beim Metro-Pendant „Pak’N’Save“ erstanden und beschlossen, dass tags darauf Muttertag wäre…
Noch kurz etwas geologisches Wissen: Der Lake Taupo entstand bei einer der gewaltigsten Vulkanexplosionen in historischer Zeit (vor ca. 22000 Jahren) und ist ein bisschen größer als der Bodensee…
Auf dem weiteren Weg nach Süden statteten wir sodann am Sonntag dem Tongariro National Park einen Besuch ab, um die drei aktiven Vulkane Tongariro, Ruapehu und Ngauruhoe (Schicksalsberg aus „Herr der Ringe“!) zu bestaunen, doch die Herrschaften beschlossen, ihr edles Antlitz hinter dichten, eisigen Wolken zu verbergen.
Interessant war dafür das Info-Centre, wo es allerhand Wissenswertes zu ihnen und der Landschaft des „Central Plateau“ zu erfahren gab.
Enttäuscht vom jegliche Wanderung unmöglich machenden Regenwetter bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt wandten wir uns wieder wärmeren Gefilden zu und fuhren weiter nach Wellington.
Den Montag verbrachten wir zum Großteil im Te Papa National Museum, einem der besten Museen überhaupt! Unheimlich interessant, interaktiv und gespickt mit Sachen zum „selbst ausprobieren“ – so beispielsweise eine Simulation des Erdbebens in Napier anfangs des letzten Jahrhunderts, das die Stadt in Schutt und Asche legte. Ordentlich durchgeschüttelt mussten wir dann feststellen, dass das angeblich nur 1/50 der Intensität des „richtigen“ Erdbebens war!
Von Maorikunst, NZs Geschichte, Siedler, moderner Kunst über das Skelett von Phar Lap (dem berühmten australischen Rennpferd ;-)) und einem VW-Bus bis hin zum Outdoor-Dschungel und einer Galerie der ausgerotteten Tierarten gab es zudem alles, was des Weltenbummlers Herz begehrt!
Danach vertraten wir uns noch die Beine bei einem Spaziergang durch die Hauptstadt, die mir um Einiges besser gefällt als Auckland :p Englischer Flair, der wohl schönste Burger King der Welt, total toller Hafen, in dem wir auf einen alten verrosteten Walfänger stießen, die nagelneue neuseeländische Börse, an deren Außenmauern die aktuellen Kurse in Laufschrift angezeigt werden, einer Holzbrücke im Urwaldstil, die über die vierspurige Hafenstraße führt, und und und! :D
Abends gönnten wir uns dann im "One Red Dog" ein hübsches Abendessen mit einem noch hübscheren Cocktail und pflegten interkulturelle Kompetenzen beim Pflegen des bayerischen Brauchtums: auch meinen Nordlichtern konnte ich das tollste Kartenspiel der Welt nahebringen *g*
Leider hielt mein Immunsystem nach diversen unbeheizten Badezimmern bzw. kalten Duschen Birtes norddeutschen Erkältungsviren irgendwann nicht mehr Stand und so plagt mich seit gestern Halsweh und alles, was dazugehört…
Unser „Schaf Dolly“ alias Birte lieferten wir gestern früh pünktlich an der Fähre nach Picton ab (die Glückliche tourt jetzt nämlich noch eine Woche über die Südinsel!) und machten uns nach einigen herausfordernden Situationen des Straßenchaos’ in Wellington wieder auf den Heimweg.
Dieser führte uns via SH4 über wilde Serpentinen, durch strömenden Regen, zum wohl schönsten und größten Regenbogen, den ich je gesehen hab, vorbei an Tausenden von Schafen, bescherte uns fast eine Ziege als Kühlerfigur und verlockte vor allem Peter dazu, eins der Lämmer mitzunehmen ;-)
So, das war’s! =)
Die photographische Dokumentation meiner Abenteuer gibt’s wie immer auf http://picasaweb.google.de/Phayuko .
Und ich freu mich wie immer über Post aus der Heimat! :)
Allerliebste Grüße aus dem Land der Kiwis,
eure Franzi(ska)
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