Freitag, 9. November 2007

Back on the road again

Kia ora!

Authentischerweise müsst ihr das "r" übrigens rrrrrrollen, hab ich mir von Toby sagen lassen und außerdem nun schon mehrfach aus Maorimund vernommen!
Nach meinen vier jeweils dreistündigen Prüfungen hat mich das Leben endlich wieder, und Daniela und ich feierten diese glückseelige Begebenheit spontan mit einem Trip zur Nordspitze Neuseelands, Cape Reinga. Dieser den Maoris heilige Landstreifen ist auf beiden Seiten von Ozeanen umgeben: im Westen von der Tasman Sea und im Osten vom Pazifik - und die Stelle, wo sich diese unvorstellbaren Wassermassen treffen, sieht man nur klitzekleine Wellen als weiße Krönchen auf dem Wasser... Dazu noch jede Menge Sonnenschein, ein hübscher Leuchtturm, und die Touristenidylle ist perfekt ;-)

Auf der Fahrt gen Norden jedoch gönnten wir uns in der Bay of Islands zum ganz besonderen Vergnügen eine Runde Parasailing. Wer's nicht kennt: man lässt sich von einem Motorboot aus an einem Fallschirm in die Höhe wehen und hängt dann, einzig von einem Nylonseil gehalten, in angeblich 1,200ft Höhe und erlebt die wohl spektakulärste Aussicht überhaupt über die einzigartige Landschaft mit ihren hunderten Inseln -- Wahnsinn!

Wie stets war auch dieser Adrenalinschub viel zu schnell wieder vorüber und nach einem wahrhaft sahnigen Eis schürten wir im Toyota (diesmal ein gar luxuriös großer Corolla) über die von "Spaßschildern" geprägte Kurvenlandschaft weiter nach Norden.
Im Backpacker Hostel konnten wir dann die "Sportgeräte" für unser nächstes Abenteuer ausleihen: sandboards! Doch bevor es zu den giant dunes ging, statteten wir dem 90 mile beach noch eine Visite ab. Der Name ist eigentlich Betrug, da dieser Strand an der Westküste "nur" 90km, also etwa 60 miles lang ist - aber bewundernswert wiederum ist, dass er als offizieller Highway im neuseeländischen Straßennetz eingetragen ist. Allerdings nur bei Ebbe ;-)
Mietwägen dürfen dieses sandige Vergnügen allerdings nicht selbst erleben, weshalb wir uns auf einen kurzen Blick und einen baldigen u-turn beschränken mussten.

Tierisch wurde es dann zurück auf der Hauptstraße, als wir uns plötzlich in einem Lämmerumtrieb wiederfanden. Die sind ja soooo putzig! Damit hat sich jetzt auch endlich meine persönliche Geschmackskrise entschieden... Lamm schmeckt nicht :p
Auf dem Weg zu den giant sand dunes begegneten wir schließlich noch einem riiiiesigen Bullen, der total cheffig in der Ecke seiner Weide lag und uns lediglich aus großen Augen anstierte (haha)... Seine geschätzten 50 Nachkommen trafen wir dann beim Durchqueren einer weiteren riesigen Weide, deren Ein- bzw. Ausgang lediglich durch Rollgitter zwischen Autos und Paarhufern unterscheidet und uns jedesmal einen Achsbruch befürchten ließen. Der jedoch blieb uns glücklicherweise selbst auf den wildesten gravel roads erspart!
Am "Parkplatz" angekommen, erhielten wir von einem dort sandboards für teures Geld an Touris verleihenden Maori ein paar Tipps, wo am besten hockzuklettern und dann die Abfahrt zu wagen. Eine kleine Flussdurchquerung und etliche Photos von der Mini-Oase später erklammen wir also wagemutig die größte der Dünen und genossen (völlig außer Atem, nebenbei bemerkt ;-)) die geniale Aussicht: die Tasman Sea auf der einen Seite, Dünen unter, vor und hinter einem, und auf der anderen Seite schließlich von dunkelgrünem Farnurwald bedeckte Hügel... Wahnsinn!

Die Abfahrt in unseren Bobs war weniger spektakulär (wobei das Tempo deutlich über dem des bayerischen Standard-Schlittenberges lag ^^), was uns von einem erneuten Aufstieg abhielt und uns einigermaßen rechzeitig vor bzw. nach den Tourbussen voller Touris nach Cape Reinga brachte. Einige Photos am Leuchtturm später - und der einmaligen Gelegenheit, eine atemberaubende Spiegelreflexkamera von dem sich ablichten lassenden Pärchen zu mopsen, die ich aber aus irgendwelchen Gewissensgründen nicht wahrnahm - übernahm Daniela wieder das Steuer und gönnte mir meine wohlverdienten 20 min Schlaf :)
Rechtzeitig zum 13km-Spaßschild jedoch saß ich auf dem Pilotensitz unserer Rennsemmel und, hmm, sagen wir mal, "genoss" jeden Meter und das (seltene ^^) Geräusch quietschender Reifen auf einer Kurvenpiste, die in meiner Fahrkarriere ihres Gleichen sucht und vermutlich noch ein bisschen suchen wird *hihi*

Etliche Kilometer und Stunden verbrachten wir heute wieder im Auto auf dem Weg zurück nach Auckland, wurden allerdings von ständig wechselnden Landschaften und einem wieder einmal wunderbarem Skyline-Panorama auf die City of Sails von der Harbour Bridge aus dafür entschädigt. Zur Krönung schossen wir von Mount Eden dann noch einige Nachtaufnahmen der Skyline, bevor wir das Wägelchen wieder zurückbrachten, die Schlüssel in den Briefkasten warfen und zum Railway Campus zurückkehrten...

Morgen heißt es Packen, Putzen und Planen - für den letzten Trip hier in NZ und dann für Singapur! =)
Ich freu mich wie immer über jegliche Meldung aus der Heimat oder der weiten Welt, und wünsche ein wunderschönes Wochenende!

Cheers,
franziska

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